Johann Sebastian Bach
Choral Kantate „Nun danket alle Gott“
BWV 192
für Soli, Chor und Orchester
Edward Elgar
Serenade für Streicher in e-Moll
op. 20
für Streichorchester
Felix Mendelssohn Bartholdy
„Morgengebet“ und „Herbstlied“ Nr. 5 / 6
aus: „Sechs Lieder im Freien zu singen“
op. 48
für Chor a cappella
Johannes Brahms
„Schicksalslied“
op. 54
für Chor und Orchester
Antonín Dvořák
„Te Deum“
op. 103
für Soli, Chor und Orchester
Einleitende Gedanken
In den Werken des Jubiläumsprogramms „Freude“ wird gemäß dem Titel die Freude in all ihren Bedeutungsnuancen ganz unterschiedlich vertont und kommt mal vordergründiger, mal eher etwas versteckt zum Ausdruck. Offensichtlich ist hier die Rahmung des Konzertprogramms durch zwei geistliche Lob- und Dankgesänge, der Choralkantate „Nun danket alle Gott“ von Bach und dem „Te Deum“ von Dvorak. Wird bei Bach ganz im Sinne der feierlichen und frommen Freude durch die Verwendung eines bekannten Kirchenliedes auch der einzelne barocke Gläubige angesprochen, der um „ein immer fröhlich Herz“ bittet, so spannt sich bei Dvorak der großartige lateinische Te Deum-Text aus: „Dich, Gott, loben wir, dich, Herr, preisen wir.“ Das „wir“ erstreckt sich dabei über das gesamte „Erdenrund“, über die Engel, „Himmel und Mächte insgesamt“. Apostel, Propheten, Märtyrer und alle Heiligen werden erwähnt und somit werden auch alle Kreaturen in diesen jubelnden Lobpreis mit ein geschlossen: bombastische und überwältigende Freude – äußerst passend zu einem freudigen Jubiläum!
In Elgars Streicherserenade wird die Freude vor allem durch die Spielfreude und emotionale Intensität in dieser Instrumentalmusik geweckt und ausgedrückt.
Bei den zwei kurzen a cappella Chorstücken „Morgengebet“ und „Herbstlied“ von Mendelssohn wird vor allem eine innere und stille Freude erlebt. Das lyrische Ich schildert durch typisch romantische Naturbeobachtungen die besondere Morgen- und Herbststimmung. Dabei stehen die beiden Naturbilder für etwas Tieferes: das menschliche Dasein als Vergängliches und nur Vorübergehendes, das hier mit der Ewigkeit verbunden wird: „Die Welt mit ihrem Gram und Glücke will ich, ein Pilger, froh bereit betreten nur als eine Brücke zu dir, Herr, über’m Strom der Zeit.“ Und: „Treulich bringt ein jedes Jahr, neues Laub wie neues Hoffen.“
Ähnlich ist es auch bei Brahms‘ eindrucksvoller Vertonung eines Hölderlin Gedichts, dem „Schicksalslied“: paradiesische Zustände der stillen, hellen und strahlenden Götterwelt werden dem dunklen und negativ wirkenden – eben: schicksalshaft – verlorenen menschlichem Dasein gegenübergestellt. Aber auch hier übernimmt zum Schluss die reine Musik das Zepter und führt aus dem vernichtenden Abgrund wieder heraus in luftige und himmlische Höhen – philosophische und nachdenkliche Freude. Und das passt eben auch zu einem Jubiläum: Freude, Dankbarkeit, Jubel, Nachdenklichkeit, Hoffnung und Feier.
Felix Mathy
Künstlerischer Leiter Musica Starnberg
Chor und Orchester
Solisten
Judith Spießer, Sopran
Timo Janzen, Bass
Konzertmeisterin
Künstlerische Leitung
Konzertkarten
Regulär: € 32
Ermäßigt*: € 10
*für Schüler, Studenten und Menschen mit Schwerbehinderung
Zu den Werken
Nun danket alle Gott, BWV 192, ist eine Choralkantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie wohl 1730 in Leipzig für einen unbekannten Anlass. Die Originalpartitur und Tenorstimme sind verschollen; das Werk wurde aber von Bernhard Todt um den Tenor ergänzt. Mit drei Sätzen gehört die Kantate zu den kürzesten Kantaten Bachs.
Die Serenade für Streichorchester in e-Moll, op. 20, ist ein Frühwerk in drei kurzen Sätzen von Edward Elgar. Sie entstand im März 1892 als Geschenk für seine Frau Alice anlässlich ihres dritten Hochzeitstags in jenem Jahr und wurde noch im selben Jahr im privaten
Rahmen uraufgeführt; die öffentliche Uraufführung fand 1896 statt. Das Werk wurde zu einer der beliebtesten Kompositionen Elgars.
Felix Mendelssohn Bartholdy komponierte sowohl das „Morgengebet“ als auch das „Herbstlied“ als Teil seiner „Sechs Lieder im Freien zu singen“, op. 48, (1839/1840). Beide Werke werden üblicherweise a cappella für gemischten Chor und häufig gemeinsam aufgeführt.
Das Schicksalslied, op. 54, ist ein 1871 uraufgeführtes Werk für Chor und Orchester von Johannes Brahms (1833–1897), in dem das gleichnamige Gedicht von Friedrich Hölderlin vertont ist.
Das Te Deum, op. 103 (B 176), komponierte der böhmische Komponist Antonín Dvořák im Jahr 1892 in New York anlässlich der 400-Jahr-Feier von Christoph Kolumbus’ Entdeckung Amerikas. Der Kompositionsauftrag stand dabei im Zusammenhang mit der Einladung, für zwei Jahre die Leitung des National Conservatory of Music zu übernehmen.
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Verwendete Originalartikel und Autorenverzeichnisse:
„Nun danket alle Gott, BWV 192“ (Originalartikel | Autoren / Versionsgeschichte)
„Serenade for Strings (Elgar)“ (Originalartikel | Autoren / Versionsgeschichte)
„Sechs Lieder, Op. 59 (Mendelssohn)“ (Originalartikel | Autoren / Versionsgeschichte)
„Schicksalslied“ (Originalartikel | Autoren / Versionsgeschichte)
„Te Deum (Dvořák)“ (Originalartikel | Autoren / Versionsgeschichte)
Das Konzert in St. Tertulin mit freundlicher Unterstützung von
„Klang – Kunst – Kultur“ Schlehdorf e.V.
