„Vollendet – Unvollendet“

Gioachino Rossini – Stabat Mater

Franz Schubert – Sinfonie in h-Moll
„Die Unvollendete“

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Franz Schubert

Sinfonie in h-Moll
„Unvollendete“

D 759

Gioachino Rossini

„Stabat Mater“

op. 54

für Soli, Chor und Orchester

Einleitende Gedanken

Aus der Tiefe steigen dunkle Töne empor, schwingen sich zu einem schmerzhaften Seufzer auf. Klagende Klänge, dumpfes Pochen, dann plötzliche Ausbrüche der Verzweiflung. Die aufgewühlte Musik stellt ein dramatisches inneres wie äußeres Geschehen dar, das Rossini sehr opernhaft inszeniert: Christi Mutter leidet, die Schmerzensmutter ist mitten ins Geschehen der Kreuzigung involviert. Das mittelalterliche lateinische Reimgebet „Stabat Mater dolorosa“ zeigt viele Momente des Leidens und der Klage. Daneben gibt es allerdings auch erlösende Passagen voller Trost und Hoffnung, die gleichsam den Blick in den Himmel und in andere Sphären öffnen. Sie lassen die Vollendung des Heilsgeschehens als utopische Vision und dennoch konkretes Ziel erahnen.

Das Thema dieses Konzertprogramms steht im Spannungsfeld zweier Pole: Vollendet – Unvollendet. Die Vollendung wird dabei als göttliches Element gedeutet, als das Paradies in seiner ganzen Strahlkraft. Im Gegensatz dazu steht das Unvollendete für das menschliche Dasein, für eine Welt mit Schmerz und Leiden, die es letztlich zu überwinden gilt. Man kann das Unvollendete, christlich-theologisch ausgedrückt, durchaus als Chance für einen Neuanfang, als Neuentwicklung betrachten: Leid wird zu Trost, Tod wird zu Leben, Kreuz wandelt sich in Auferstehung, Karfreitag wird zu Ostern, Unvollendetes wird vollendet.

Felix Mathy
Künstlerischer Leiter Musica Starnberg

Chor und Orchester

Musica Starnberg

Solisten

Konzertmeisterin

Angelika Besch

Künstlerische Leitung

Felix Mathy

Konzertkarten

Regulär: € 32
Ermäßigt*: € 10
*für Schüler, Studenten und Menschen mit Schwerbehinderung

Zu den Werken

Die Sinfonie in h-Moll D 759, genannt Die Unvollendete, ist eine als dreisätziges Fragment überlieferte Sinfonie mit zwei vollständigen Sätzen von Franz Schubert, die 1822 in Wien entstand. Die Spieldauer der beiden vollendeten Sätze beträgt circa 22 Minuten.

Im Herbst 1822 arbeitete Schubert an einer Sinfonie in der bis dahin völlig ungebräuchlichen Tonart h-Moll und schuf dabei mindestens drei Sätze, die er zunächst im vollständigen Klavierparticell notierte. Im Gegensatz zu seinen bisherigen sechs Sinfonien war das neue Werk diesmal nicht mehr für ein Liebhaberorchester, sondern – nach dem Vorbild von Beethoven – für die kritische Öffentlichkeit gedacht. Weiter ist davon auszugehen, dass die Sinfonie, wie seinerzeit üblich, vier Sätze umfassen sollte. Als Schubert im Herbst desselben Jahres eine Auftragsarbeit dazwischenkam, legte er das Stück auf unbestimmte Zeit zur Seite – und vollendete es nie. Dabei wäre ihm eine komplette Sinfonie sicherlich gut bekommen, allein schon wegen seiner katastrophalen Finanzlage. Doch träumte Schubert stattdessen lieber von der großen Oper, wie ein Brief an den befreundeten Librettisten Eduard von Bauernfeld bezeugt: „Ich kann nirgendwo hinkommen, ich habe gar kein Geld, und es geht mir überhaupt sehr schlecht. Ich mache mir nichts draus und bin lustig. Übrigens komme sobald als möglich nach Wien. Weil man von mir eine Oper wünscht …“

Das Stabat Mater von Gioachino Rossini ist eine seiner wenigen geistlichen Kompositionen.

Rossini hatte den Auftrag zur Vertonung des Stabat-Mater-Textes 1831 von dem spanischen Staatsrat und Theologen Manuel Fernández Varela (1772–1834) erhalten. Da Rossini während der Komposition erkrankte, der Auftraggeber aber auf der Fertigstellung des Werkes beharrte, bat Rossini seinen Schüler Giovanni Tadolini (1793–1872), einige noch fehlende Nummern zu ergänzen. Diese Mischfassung wurde am Karfreitag, den 5. April 1833, im Convento de San Felipe el Real in Madrid uraufgeführt. Fernández Varela erfuhr nie, dass das Werk, das er hörte, nicht vollständig Rossinis Feder entstammte.

Nach Fernández Varelas Tod widmete sich Rossini irgendwann zwischen 1838 und 1841 wieder dem Werk und ersetzte die Teile Tadolinis durch neu komponierte, eigene Beiträge. Diese revidierte Version wurde erstmals am 7. Januar 1842 im Théâtre-Italien in Paris dargeboten. Die Gesangssolisten waren Giulia Grisi, Emma Albertazzi, der Tenor Mario und der Bariton Antonio Tamburini. Die italienischen Erstaufführungen in Bologna (18., 19. und 20. März 1842) dirigierte auf Rossinis eigenen Wunsch sein jüngerer Kollege Gaetano Donizetti.

Weiterführende Informationen © Wikipedia
Sinfonie in h-Moll (Schubert)
Stabat Mater (Rossini)

Das Konzert in St. Tertulin mit freundlicher Unterstützung von
„Klang – Kunst – Kultur“ Schlehdorf e.V.

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